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Die Kelche von Cartagena, auch die Kelche von Ponce de León oder einfach die Kelche genannt, sind ein Paar nahezu identischer silberner Kelche. Sie sind bekannt als das Symbol der Quelle der ewigen Jugend. Sie sind einer von zwei Schlüsselgegenständen für das Quellen-Ritual, das im Jahr 1750 von Captain Jack Sparrow durchgeführt wird.

Geschichte

Es ist unbekannt, wann und wo die Kelche hergestellt wurden. Sie sehen auf den ersten Blick völlig identisch aus, doch unterscheiden sie sich in den Inschriften. Auf dem einen steht „Aqua“, das lateinische Wort für Wasser, auf dem anderen „de Vida“, spanisch für „des Lebens“ (siehe auch Anmerkung zum Inschriftenmix Lateinisch/Spanisch). Erstmals erscheinen die Kelche in der spanischen Stadt Cartagena, von wo sie geraubt wurden. Seit ihrem Verschwinden aus Cartagena sind die Kelche durch viele Hände gegangen, ist ihretwegen viel Blut vergossen worden. Später wurden sie zusammen in einer Truhe unbekannter Herkunft verwahrt und an Bord der Santiago gebracht, dem von Juan Ponce de León kommandierten spanischen Expeditionsschiff.

Um 1500 erhielt Ponce de León den Auftrag, die Neue Welt zu erforschen. Während dieser Reise befanden sich die Kelche in besagter Truhe zusammen mit anderen Schätzen in seiner Kajüte. 1523 jedoch geriet die Santiago in einen Sturm und strandete auf den Klippen einer unkartierten Insel.

Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten

Über zweihundert Jahre später sind verschiedene Gruppen und Personen auf der durchaus gefährlichen Suche nach der Quelle. Die für das heidnische Ritual erforderlichen Kelche begehren sowohl Angelica Teach, nachdem sie deren Verwendungszweck erkannt hat, als auch die Spanier, denen das Logbuch von Ponce de León mit Hinweisen auf die Kelche bekannt geworden ist. Als Edward „Blackbeard“ Teach, Angelicas Vater, mit seinem Schiff die Insel erreicht, auf der die Quelle liegt, zwingt er Jack Sparrow, die Kelche aus der Santiago zu bergen und zur Quelle zu bringen. Jack findet die Santiago, die sehr instabil auf hohen Klippen hängt und trifft auf dem gestrandeten Schiff Hector Barbossa, der die Quelle und die dazugehörigen Gegenstände für die britische Krone sucht. Sie müssen jedoch feststellen, dass die Spanier schneller waren und die Kelche bereits aus der Truhe an Bord der Santiago geholt haben.

Jack und Hector können die Kelche im Lager der Spanier finden und schließlich an sich bringen. Gegen einige Zusagen Blackbeards bringt Jack die Kelche in die Quellhöhle. Nachdem die Spanier die Briten und die Piraten dort aufgespürt haben, kommt es zum Kampf, in dessen Verlauf der Spanische Capitán die Kelche fast zerstört und in den tiefen See wirft, der eine der Außenverbindungen der Quellhöhle ist. Syrena bringt sie zurück in die Höhle und schärft Jack ein, ihre Träne nicht zu verschwenden.

Mithilfe der zerbeulten Kelche kann er das Ritual durchführen, Angelica gegen ihren Willen retten und Blackbeard töten.

Was danach mit den Kelchen geschieht, ist derzeit unbekannt.

Design und Anwendung

Die Kelche von Cartagena sind nur scheinbar gewöhnliche Gegenstände, tatsächlich aber machtvolle Objekte, da durch das laute Aussprechen der auf den Kelchen eingravierten Losungsworte die Quelle der ewigen Jugend einerseits überhaupt erreicht werden kann und andererseits durch die Verwendung dieser speziellen Kelche als Trinkgefäß die Quelle selbst dazu gebracht wird, ihr Wunder zu wirken.

Rein äußerlich sind es schöne Trinkgefäße. Die Schalen bestehen aus einem derzeit nicht näher bekannten Material – es könnte sich der Farbe und der gewissen Flexibilität nach um Bernstein, Onyx oder dunkles Perlmutter handeln. Die Schalen sind in eine Halterung aus Silber gefasst, das aus dem etwa fingerbreiten oberen Rand, der unteren Aufnahme sowie vier Streben besteht. Die Ränder der Halterung sind dort, wo die Schalen sichtbar sind, dicht mit ovalen Perlen besetzt. Dieser Perlenrand ist möglicherweise gleichzeitig die Befestigung der Schalen an der Halterung. Die vier silbernen Streben, ebenfalls etwa einen Finger breit, teilen die Kelchwölbungen in vier gleichgroße Teile. Die Streben sind knapp vor dem oberen Rand der unteren Schalenaufnahme mit jeweils einem dunklen Medaillon (möglicherweise aus Obsidian) belegt, das ebenfalls mit ovalen Perlen gerändert ist. Auf dem oberen Silberrand befindet sich genau über einem der Medaillons bei einem Kelch die Gravierung „Aqua“, auf dem anderen „de Vida“. Die Kelche haben silberne Füße, die – wie die Gefäße – in Feldern strukturiert sind. Die Feldränder könnten aus aufgelöteten Silberperlen bestehen, es ist aber auch denkbar, dass die Kelchfüße bereits mit den Feldrändern gegossen wurden. Kelchgefäß und Fuß sind jeweils durch eine polierte Silberkugel verbunden, die einen etwas größeren Durchmesser als die Medaillons auf dem Gefäß hat.

Um die Quellhöhle betreten zu können, die in einer anderen Dimension verborgen ist, müssen in der real vorhandenen Höhle die Worte „Aqua … de Vida“ ausgesprochen werden. Auf diese Losung läuft an der Decke der ohne die Kelche zu betretenden Inselhöhle Wasser des Lebens an der Decke zusammen. Wird dieses Wasser berührt, wird die Person, die das Wasseroberfläche berührt in die eigentliche Quellhöhle hineingezogen.

Jack Sparrow schlägt vorher die beiden Kelche aneinander, so dass daraus geschlossen werden könnte, dass auch der helle Klang der Kelche zum Eintrittsritual gehört. Nach dem weiteren Inhalt von Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten gelangen aber die Spanier nach Blackbeards Expedition und den Briten die Quellhöhle, ohne die Kelche zu haben. Demnach ist es offenbar nur erforderlich, die auf den Kelchen eingravierten Worte laut auszusprechen. Insofern sind die Kelche als Träger der Losung lediglich mittelbar für das Eintrittsritual notwendig. Wer die Worte kennt, kann die Höhle auch ohne die Kelche erreichen. Das Ritual selbst ist aber ohne die beiden Kelche nicht möglich.

Anmerkung zum Sprachmix aus Lateinisch und Spanisch

Da auf dem einen Kelch tatsächlich das Wort „Aqua“ zu lesen ist, stellt sich die Frage, ob hier ein Filmfehler in Gestalt eines fehlerhaft verwendeten Wortes vorliegt oder ob es eine logische Erklärung für den Sprachmix geben kann, die diese Verwendung als zutreffend erscheinen lässt. Mit dem Vorwurf „Filmfehler!“ ist der kritische Kinobesucher schnell zur Hand. Aber wenn man an der Oberfläche kratzt, kommen zuweilen erstaunliche Dinge ans Tageslicht, die aus dem Blickwinkel der Moderne zunächst recht absurd erscheinen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, weshalb hier die Sprache der Inschriften nicht auf beiden Gefäßen übereinstimmt:

  1. Dem Drehbuchautor und/oder dem Hersteller der Requisite ist ein Fehler unterlaufen, nämlich dass er angenommen hat, „Aqua“ sei das spanische Wort für Wasser.
  2. Es handelt sich um eine absichtliche Abweichung, um auf den beiden Gefäßen getrennt den Zauberspruch unterzubringen, der den Zugang zur Quelle der ewigen Jugend ermöglicht. Dazu gleich etwas mehr.

Die erste Erklärung ist sicher die einfachste, aber ob immer die einfachste Erklärung auch die naheliegendste ist, ist eine andere Frage.

Die zweite Möglichkeit, dass hier pure Absicht im Spiel ist, einmal eine lateinische und einmal eine spanische Inschrift zu verwenden, um einen Zauberspruch zu verschleiern, der den Zugang zu einem heidnischen Ritual gewährt, erscheint jedoch recht plausibel.

Dazu muss man wissen, dass im hohen Mittelalter zur Bekämpfung der Abweichler vom katholischen Glauben, den so genannten Häretikern, die Inquisition begründet wurde. Diese kirchliche Gerichtsbarkeit, die sich zunächst ausschließlich um Verbrechen gegen den katholischen Glauben kümmerte, wurde anfangs nur dann tätig, wenn die Situation es erforderte. Der Auftraggeber war ursprünglich die Kirche, in der Regel in Gestalt des örtlich zuständigen Bischofs. Im 15. Jh. wurde sie in Spanien, Portugal und Italien jedoch zur ständigen Einrichtung und unter Aufsicht der weltlichen Herrscher in die jeweiligen staatlichen Strukturen integriert.

Die Spanische Inquisition galt als besonders eifrig in der Verfolgung von Häretikern, Juden, Muslimen und anderen, die nicht dem christlichen Glauben angehörten. Die Bekämpfung von Zauberei und Magie (insbesondere die dunkle Variante davon) standen ebenfalls auf der Agenda der Inquisitoren, wenn auch nicht an erster Stelle.

Die eingravierten Worte „Aqua … de Vida“ stellen einen Zauberspruch dar, der auch noch das Tor zu einem heidnischen Ritual öffnet, das mit dem katholischen Glauben überhaupt nicht vereinbar ist – das zeigt die Reaktion der Spanier in Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten an der Quelle sehr deutlich. Ein wahrhaft gefundenes Fressen für jeden pflichtbewussten Inquisitor …

Die Spanische Inquisition wurde 1478 als staatliche Institution Spaniens gegründet. Bekannt ist, dass diese Kelche irgendwann vor 1513 hergestellt wurden, dass sie durch viele Hände gegangen sind und dass ihretwegen schon reichlich Blut vergossen wurde. Es wäre für den Hersteller (oder den Importeur) der Kelche lebensgefährlich gewesen, auch nur eine Ahnung davon durchsickern zu lassen, welchem Zweck die Kelche dienten. Zaubersprüche werden gern in einer möglichst alten Sprache vorgebracht, zuweilen auch in lateinischer Sprache (zum Beispiel in der Harry-Potter-Reihe …). Diese aber nur in der Sprache der Kirche, also Latein, auszusprechen, ist besonders für dunkle Magie sicher nicht geeignet (außer bei Harry Potter, aber das ist eine eigene Geschichte mit eigenen Regeln). Weiße Magie ist nur hilfreich und schädigt niemanden. Wenn jemand durch Magie zu Schaden kommt, ist das Ritual unter Dunkle bis Schwarze Magie zu rechnen. Das lebensverlängernde Ritual für den Einen kostet das Leben eines Anderen. Es ist also zutreffend, dass bei diesem Ritual jemand zu Schaden kommt, nämlich stirbt. Für die Inquisition wäre das ganz sicher als Schwarze Magie verfolgungswürdig.

Die Trennung des Zauberspruches in einen lateinischen Teil (als vermutete Sprache einer übergeordneten Macht) und einen spanischen Teil (als Sprache des „gemeinen“ Volkes) kann darauf hinweisen, dass die Herstellung tatsächlich in Spanien erfolgte und der Hersteller jedenfalls in christlichem Umfeld gelebt hat.

Einzeln kann die Beschriftung der Kelche auf eine einerseits kirchliche Verwendung hinweisen (das lateinische Aqua möglicherweise als Gravierung auf einem angeblichen Taufkelch), andererseits auf eine profane Verwendung als Weinpokal (mit dem spanischen „de Vida“ – im Wein ist nicht nur Wahrheit, sondern halt auch Lebensfreude). Getrennt sind die Gefäße also äußerlich völlig unverdächtig. Eine fantastische Tarnung. Nur zusammen ergeben beide Kelche den Zauberspruch, der den Suchenden in die eigentliche Quellhöhle führt, nur zusammen offenbaren sie ihren wahren magischen Zweck.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Kelche speziell für das heidnische Ritual hergestellt wurden, stellt sich noch die Frage, wie sie vor Ponce de Leóns Reise in das südwestliche Europa gekommen sind, wenn sich die Quelle der ewigen Jugend in der Karibik oder in Florida befindet?

Auch dazu gäbe es zwei denkbare Erklärungen:

  1. Die Kelche stammen nicht aus Amerika, sondern wurden in Europa oder dem Vorderen Orient hergestellt. Die Quelle wurde gar nicht in Amerika vermutet, sondern im südwestlichen Europa, vielleicht auch im Heiligen Land. Der Kelch mit der Gravierung „Aqua“ könnte auf die Gralslegende hinweisen, die aus einer Zeit stammt, in der Latein definitiv allgemeine Umgangssprache war. Nach dieser urchristlichen Legende gibt es aber nur einen Kelch, eben den Gral. Der zweite Kelch diente dazu, die christliche Legende mit dem heidnischen Ritual zu verknüpfen, das der Legende zugrunde liegt. Das wäre dann denkbar, wenn die Gralslegende wie der Zeitpunkt des Weihnachtsfestes oder die Verbindung der Auferstehung Christi mit dem ursprünglich heidnischen Frühlingsfest Ostern möglicherweise von den Christen aus viel älteren Mythen adaptiert wurde – buchstäblich vom anderen Ende der Welt in diesem Fall.
  2. Die Quelle wurde schon vor Juan Ponce de León von Europäern entdeckt und die Kelche von dort nach Europa gebracht. Wir wissen heute, dass Kolumbus gewiss nicht der erste Europäer war, der den amerikanischen Doppelkontinent betreten hat. Wer weiß schon, in welchen obergeheimen Missionen mutige Seeleute nach Westen gesandt wurden oder auch aus eigenem Antrieb dorthin gefahren sind, ohne offiziell darüber etwas verlauten zu lassen? Vielleicht hat der Entdecker dieser Kelche die Zauberformel als Gedächtnisstütze auf die Kelche graviert oder gravieren lassen. Es könnte ja denkbar sein, dass die Worte auf den Kelchen nur zufällig mit Wörtern der beiden Sprachen identisch sind, die wir in der Assoziation mit Latein und Spanisch herauslesen – und eigentlich etwas ganz anderes bedeuten … 

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