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Ein Freibeuter ist ein Seemann, der – ohne Soldat zu sein – im Auftrag seiner Regierung und unter dem Schutz eines Kaperbriefes andere Piraten oder Schiffe oder küstennahe Orte verfeindeter Staaten angreift und von der Beute, die sich dabei ergibt, lebt. Einen Teil der Beute hat er jedoch als Kronanteil an die Regierung abzuführen.

Geschichte

Fremde Gezeiten

Privateer

Freibeuter Hector Barbossa

Hector Barbossa ist in Fremde Gezeiten ein Freibeuter, der im Namen des Königs den Auftrag hat die Quelle der ewigen Jugend zu finden. König George II. stellt ihm dafür ein Schiff der Royal Navy, die HMS Providence, sowie eine Crew aus Soldaten der Navy zur Verfügung.

Reale Geschichte

Der Unterhalt einer Kriegsmarine ist sehr teuer. Die Seemächte - England/Großbritannien, Frankreich, Spanien, Niederlande - unterhielten deshalb nur kleine stehende Flotten. Bei Bedarf - in der Regel im Kriegsfall, aber auch zur Piratenabwehr - wurden deshalb Freibeuter angeworben, die einen Kaperbrief erhielten, der ihre Angriffe auf See legitimierte.

Freibeuter wurden im Falle einer Gefangennahme deshalb nicht als Piraten, sondern als Kriegsgefangene behandelt. Wie sie genau behandelt wurden, hing davon ab, in wessen Gefangenschaft sie gerieten. In Europa oder europäischen Kolonien wurden Kriegsgefangene jedenfalls im 18. Jahrhundert auf der Basis gleichen Ranges ausgetauscht. Im Osmanischen Reich, in Ostasien oder in Afrika wurden Kriegsgefangene auch als Sklaven verkauft, in manchen Fällen sogar hingerichtet.

Begrifflichkeit

Der Begriff Freibeuter wird – jedenfalls in der Belletristik (und unseligerweise auch in John Matthews Sachbuch "Piraten") - teilweise als Synonym für Piraten verwendet. Das ist jedoch einfach falsch.

Freibeuter machen zwar vordergründig das gleiche wie Piraten: Sie plündern Schiffe und Küstenorte aus. Die Verhaltensregeln der Freibeuter sind ebenso wie die der Piraten in gemeinsam beschlossenen Kodizes festgehalten. Das heißt letztlich, dass Crews von Freibeuterschiffen ihre Offiziere ebenso selbst wählen wie Besatzungen von Piratenschiffen. Lediglich der Captain eines Freibeuterschiffes ist – ebenso wie der Captain der Flying Dutchman – hiervon ausgenommen, da er der namentlich benannte Inhaber des Kaperbriefes ist.

Auch äußerlich unterscheiden sich Freibeuter grundsätzlich nicht von Piraten. Ebenso wie Piraten kleiden sie sich mit dem, was sie erbeuten oder sich von ihrer Beute nach eigenem Geschmack kaufen. Da sie gerade aus Kostengründen angeworben werden und sich selbst finanzieren sollen (plus Abgabe des Kronanteils), investiert kein Monarch in seine Freibeuter – und Schiffe und Uniformen kosten nun einmal Geld … Vielmehr erwartet der anwerbende Monarch, dass der angeworbene Freibeuter selbst ein Schiff mitbringt und seine Crew auf eigene Kosten anheuert. Insofern ist die Darstellung in Fremde Gezeiten, Freibeuter der Royal Navy seien ebenso uniformiert wie reguläre Soldaten und bekämen Schiff und Crew vom König gestellt, schlicht falsch.

Der Unterschied zwischen einem Piraten und einem Freibeuter besteht jedoch darin, dass der Pirat allein aus Eigeninteresse und außerhalb jeglichen staatlichen Gesetzes handelt (der Piratenkodex gilt natürlich weiter), während der Freibeuter durch einen Kaperbrief legitimiert, in der Wahl seiner Beute aber auch limitiert ist. Während Piraten Schiffe ohne Rücksicht auf die Nationalität kapern und/oder plündern, darf ein Freibeuter ausschließlich Schiffe feindlicher Nationen angreifen. Wer gerade als Feind gilt, ergibt sich zumeist aus dem Kaperbrief.

Auch unter diesem Aspekt ist – angesichts der nun möglichen zeitlichen Einordnung der Ereignisse der Pirates of the Caribbean -Serie – die Anwerbung eines Freibeuters überhaupt schwer nachvollziehbar. Sinnigerweise sind ausgerechnet diese Jahre Friedensjahre, in denen Großbritannien mit keinem der üblichen Verdächtigen (Frankreich, Spanien, Niederlande) Krieg führt.

Freibeuter werden aber nur in Kriegszeiten angeworben …  

Bekannte Freibeuter