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Hans Zimmer (*20. September 1957 in Frankfurt, Deutschland) ist ein deutscher Filmkomponist. Für Fluch der Karibik 2, Am Ende der Welt und Fremde Gezeiten komponierte er die Musik. Bei Fluch der Karibik arbeitete er mit seinem für diese Filmmusik hauptverantwortlichen Mitarbeiter Klaus Badelt zusammen.

Biografie[1]

Zimmer wurde in Frankfurt am Main als Sohn des Chemieunternehmers Hans J. Zimmer geboren. Er erlernte als Kind das Klavierspiel im Elternhaus in Königstein-Falkenstein, wobei er nur kurze Zeit einen Klavierlehrer hatte, da er sich dessen Disziplin hinsichtlich der Grundregeln für einen Pianisten nicht unterwerfen wollte. In der Harald Schmidt Show vom 15. Februar 2002 antwortete er auf die Frage, ob er Musikunterricht hatte: „Ja, den hatte ich für eine Woche. Das war so, entweder ich hätte den Lehrer umgebracht oder er hätte mich umgebracht.“ Er machte im englischen Internat Hurtwood House in Dorking, Surrey das Abitur und spielte Synthesizer in Gruppen wie Krisma und Helden (mit dem Schlagzeuger von Ultravox, Warren Cann). Eine akademische musikalische Ausbildung durchlief er nicht. Hans Zimmer ist verheiratet und hat vier Kinder. 1999 erklärte er auf einer Pressekonferenz zum Holocaust-Dokumentarfilm Die letzten Tage, jüdisch zu sein. Seine Mutter floh 1939 vor den Nationalsozialisten nach England.

Jahre in England

Ende der 1970er Jahre war Hans Zimmer Komponist von Werbemusik-Jingles und wirkte im Videoclip des Buggles-Hit Video Killed the Radio Star am Modular-Synthesizer mit. Im Londoner Studio Air Edel komponierte er Werbe- und Radio-Jingles. Dort lernte er den bekannten englischen Filmmusik-Komponisten Stanley Myers kennen, dessen Assistent er 1980 wurde. Von ihm lernte Zimmer viel über das Komponieren für ein Orchester. Durch diese Zusammenarbeit bekam er erste kleinere Kompositionsaufträge für Filmmusik. Ende der 1980er Jahre machte er durch die Vertonung von Filmen wie Rain Man auf sich aufmerksam.

Hollywood

Zimmer wurde Anfang der 1990er Jahre vor allem wegen seiner innovativen Kombination von Orchester- und Synthesizer-Klängen bekannt. Mit Ridley Scotts Black Rain und Ron Howards Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen schuf er einen neuartigen Stil, Actionfilme zu vertonen. Besonders Backdraft gilt als Meilenstein der Filmmusikgeschichte: Zimmers Entscheidung, den Film mit einem sogenannten „Wall-to-Wall Score“ zu vertonen, also den Großteil des Films mit Musik zu unterlegen, schuf den Prototyp für viele Action-Filmmusiken, die danach in Hollywood produziert wurden. Die Stilistik, die grob auf einem mächtigen Hauptthema, rhythmischen Action-Motiven und behutsameren Passagen für die beiden Hauptfiguren (dargestellt von Kurt Russell und William Baldwin) basiert, findet sich in zahlreichen späteren Filmmusiken wieder.

Gemeinsam mit seinem Partner Jay Rifkin gründete er Mitte der 1980er-Jahre das Filmmusikstudio Media Ventures. Im Jahr 2003 übernahm Zimmer nach einem Rechtsstreit mit Rifkin mit seinem Unternehmen Remote Control Productions das Geschäft. Remote Control ist eine Art Talentschmiede, in der auch einige andere Filmmusik-Komponisten, wie z. B. Steve Jablonsky, James Dooley, Heitor Pereira und Geoff Zanelli arbeiten. Zu den bekanntesten ehemaligen Remote-Control-Komponisten gehören Klaus Badelt, John Powell, Nick Glennie-Smith, Mark Mancina und Harry Gregson-Williams.

Schon nach dem Abschluss der Arbeiten an Illuminati plante Zimmer, einige Konzerte zu geben, jedoch konnte dies bislang nur eingeschränkt verwirklicht werden, da er neue Aufträge annahm. In einem Interview mit der Internetseite Amazona.de sagte er, die meisten Regisseure, mit denen er zusammenarbeite, seien seine Freunde, daher falle es ihm schwer, einen Auftrag von ihnen abzulehnen.

2016 war Zimmer schließlich mit einem Orchester aus 70 Musikern auf einer großen Tournee durch Europa unterwegs. Verschiedene seiner Soundtracks wurden dabei live vor Publikum gespielt, verbunden mit kurzen Erzählungen Zimmers, u. a. über den Tod Heath Ledgers im Jahr 2008, der kurz nach den Dreharbeiten zu The Dark Knight starb. Die Premiere der Live-Tournee fand am 6. April 2016 in der Wembley Arena in London statt. Mit einem Konzert im antiken Theater von Orange wurde die Tournee am 5. Juni 2016 beendet. Johnny Marr begleitete Zimmer bei wenigen ausgewählten Konzerten in London, Berlin, Manchester, Dublin und Orange an der E-Gitarre. Große Beachtung erfuhr Zimmer nach seinem Konzert am 22. April 2016 in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen, als er nach dem Tod von Prince dessen Titel Purple Rain spielte.

Auch 2017 war Zimmer wieder auf einer Live Tournee unterwegs, erstmals auch in den Vereinigten Staaten, Australien, Neuseeland und Südkorea. Die Konzerttour begann am 14. April 2017 im Microsoft Theater in Los Angeles und endete am 7. Oktober im Olympiastadion von Seoul.

Zimmer lebt und arbeitet heute in Los Angeles und zählt zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten der Hollywood-Geschichte.

2018 wurde Hans Zimmer zum elften Mal für einen Oscar nominiert.

Am 2. Oktober 2018 wurde Hans Zimmer von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) ausgezeichnet.[2]

Einzelnachweise

  1. Hans Zimmer(Wp)
  2. Quelle: SWR 1, tagesspiegel