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Marcus Off (*29. Juni 1958 in Überlingen, Deutschland) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist seit mindestens 1972 als Synchronschauspieler aktiv und hat bislang (Stand 10. April 2018) in 1092 Filmen und Fernsehsehserien Synchronrollen gehabt[1].

Arbeit als Synchronsprecher

Off wurde als Synchronsprecher für Johnny Depp als Jack Sparrow in Fluch der Karibik engagiert, nachdem eine erste Synchronisationsaufnahme mit Depps Standardsprecher David Nathan vonseiten des Supervisors abgelehnt worden war. Marcus Off hinterließ mit dieser Synchronisation einen solchen Eindruck - speziell durch die Übernahme der etwas verwaschen klingenden Aussprache, die Johnny Depp im englischen Original für Jack Sparrow prägte - dass er nicht nur für die beiden Folgefilme Fluch der Karibik 2 und Am Ende der Welt ebenfalls Jack Sparrow seine Stimme leihen konnte, sondern (gemeinsam mit Giuliana Jakobeit und Matthias Deutelmoser) auch für die Hörbuchfassung des Buches "Piraten" von John Matthews engagiert wurde. Das Engagement für dieses Hörbuch entspringt ganz klar dem Umstand, dass mit diesen Stimmen Jack Sparrow, Elizabeth Swann und Will Turner verbunden werden.

Off sah - wohl auch deshalb - seine Synchronisation in dieser Trilogie als eigenständiges Kunstwerk an und forderte ob des überwältigenden Erfolges der drei Filme eine Nachzahlung, die er mit einem groben Missverhältnis der ihm gezahlten Gage von rund 9.300 € und den außergewöhnlich hohen Einnahmen des Studios aus Kino- und Heimkinoauswertung (immerhin rund 2,7 Millarden US-$ für alle drei Teile) begründete. Das Studio verweigerte die Nachzahlung mit Verweis auf den Vertrag und setzte für Jack Sparrow in Fremde Gezeiten und Salazars Rache den bereits ursprünglich als Synchronsprecher vorgesehenen David Nathan ein.

Gegen die Umbesetzung der Synchronstimme von Jack Sparrow gab es zahlreiche Fanproteste, die Off als prägende Stimme zurückhaben wollten. Das Studio ging hierauf jedoch nicht ein.

Marcus Off klagte bezüglich der Nachzahlung und unterlag zunächst in zwei Instanzen. Der Bundesgerichtshof lehnte seinen Anspruch mit Urteil vom 10. Mai 2012 zwar hinsichtlich Fluch der Karibik wegen Verjährung zwar endgültig ab, erkannte aber Auskunftsansprüche und ggf. eine Neubewertung des Zahlungsanspruchs bezüglich der beiden Nachfolgefilme an, weil die Leistung eines Synchronschauspielers keineswegs von völlig untergeordneter Bedeutung sei und verwies den Fall zurück an das Kammergericht Berlin[2]. Mit Urteil vom 1. Juni 2016 erkannte das Kammergericht Berlin Off schließlich das Zehnfache der ursprünglich vertraglich vereinbarten Vergütung zu[3].

Einzelnachweise

  1. Deutsche Synchronkartei, Marcus Off, abgerufen 10. April 2018
  2. BGH-Urteil vom 10. Mai 2012
  3. Artikel in filmstarts.de