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Die klassische Piratenflagge

Als Piraterie bezeichnet man Raub auf See. Piraten sind Personen, die das Verbrechen des Plünderns, Raubens, Tötens und und andere illegale Aktionen auf See begehen. Wer Piraterie begangen hat und von staatlichen Ordnungskräften gefangen wird, wird für gewöhnlich zum Tode verurteilt. 

Geschichte

Im 17. Jahrhundert und 18. Jahrhundert war die Piraterie weit verbreitet, weshalb diese Zeit auch als das goldene Zeitalter der Piraten bezeichnet wird. In diesem Zeitraum waren Piraten besonders in der Karibik aktiv und hatten ihre Stützpunkte in Tortuga oder Port Royal. Die weite Verbreitung zu dieser Zeit beruht hauptsächlich auf der Ausweitung der europäischen Kolonialherrschaft, den Folgen der Religionskriege des 16. Jahrhunderts, den Folgen des Dreißigjährigen Krieges in Mitteleuropa und den Kämpfen europäischer Mächte um Kolonien in der Neuen Welt. 

Die Unterhaltung von Seestreitkräften war seit je her eine teure Angelegenheit, weshalb sich selbst die europäischen Kolonialmächte nur kleine stehende Marineeinheiten zulegten. Ein großer Teil der in diesen Kriegen dienenden Kämpfer bestand aus Freibeutern, die für die Dauer des Krieges mit Kaperbriefen ausgestattet wurden und Schiffe auf eigene Kosten unterhielten. Nach dem Ende der Kampfhandlungen verloren die Kaperbriefe ihre Gültigkeit. Wer dann weiterhin Schiffe des bisherigen Feindes angriff oder sich gar an Schiffen des bisherigen Arbeitgebers vergriff, machte sich der Piraterie schuldig. Ehemalige Freibeuter hatten allerdings meist ein Problem, die berufsmäßige Plünderei aufzugeben, versprach sie doch leichteren Verdienst, als wenn der Captain eines solchen Schiffes sich einer Handelsorganisation anschloss oder als wenn sich Matrosen von Freibeuterschiffen als angestellte Handelsmatrosen oder Fischer verdingt hätten. Viele der von Großbritannien, Spanien, Frankreich oder den Niederländern angeworbenen Freibeuter agierten deshalb nach dem jeweiligen Krieg als Piraten weiter, was auch die Konzentration von Piraten in der Karibik erklärt, deren Inseln beliebte Zankäpfel unter den Kolonialmächten waren. 

Piraterie ist jedoch kein spezielles Phänomen des 17. und 18. Jahrhunderts. Seit Menschen Schiffe nutzen, um die Meere zu befahren, gibt es auch Piraten. Bereits in der Antike trieben Piraten im Mittelmeer ihr Unwesen. Gaius Julius Cäsar war 75 v. Chr. kurzfristig Gefangener von Piraten, sein späterer Mitregent Pompeius machte sich als Piratenjäger im Mittelmeer einen Namen. 

Im 14. Jahrhundert heuerten die belagerten Bürger von Stockholm Seefahrer als Blockadebrecher gegen die Dänen an. Fünf Jahre lang, von 1389 - 1394, versorgten die als Vitalienbrüder bekannt gewordenen Freibeuter die Stadt, waren danach auch für die Hanse und in königlichen Diensten als Freibeuter aktiv. 1397 bekamen sie die Insel Gotland als unabhängige Kolonie und plünderten danach jedes Kauffahrteischiff, das sich in die Ostsee wagte. Deutschordensritter vertrieben die Vitalienbrüder von Gotland, deren Überlebende in die Nordsee umzogen und nun von Ostfriesland und Helgoland aus die Deutsche Bucht unsicher machten und auch Schiffe ihrer ehemaligen Verbündeten, der Hanse, aufbrachten und ausraubten. Damit waren sie endgültig zu Piraten geworden und wurden von der Hanse verfolgt. 1401 wurde ein großer Teil der Vitalienbrüder von hanseatischen Kriegsschiffen besiegt und am 20. Oktober 1401 in Hamburg auf dem Grasbrook geköpft, darunter auch ihr wohl bekanntester Vertreter, Klaus Störtebeker. Nach 1435 erscheinen die Vitalienbrüder nicht mehr in den Chroniken, aber das wirkliche "Piratenproblem" blieb erhalten - bis in die Gegenwart. 

Die Vitalienbrüder mit ihrer Organisationsform Bruderschaft und ihrem Inselstützpunkt Helgoland könnten Vorbilder für die im "Pirates"-Universum bekannte und auch real existierende Bruderschaft der Küste mit dem Stützpunkt Tortuga gewesen sein.