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Die Santiago ist ein Schiff der Armada Española, der königlichen Marine Spaniens. Im 16. Jh. brach Juan Ponce de Léon mit diesem Schiff auf, um im Auftrag des spanischen Königshauses die Wunder der Neuen Welt zu erkunden. Auf seinen Reisen entdeckte Ponce de Léon nicht nur Florida, sondern auch Jamaica und die Turks- und Caicos-Inseln. Seine Reisen dokumentierte er in seinem Logbuch. Die letzte bekannte Reise begann Ponce de Léon 1523. Seine Absicht war es, die Quelle der ewigen Jugend zu finden, die er in Florida oder im sagenhaften Bimini in den Bahamas vermutete. Von dieser Reise kehrten weder die Santiago noch eines seiner Besatzungsmitglieder zurück. Die Santiago, Ponce de Léon und seine Gefährten galten seither als verschollen.

Geschichte

Nachdem er Ende des 15. Jh. zunächst in der Crew von Cristoforo Colombo in die Neue Welt gekommen war, erhielt Juan Ponce de Léon im Ersten Drittel des 16. Jh. von der spanischen Krone den Auftrag, die Wunder der Neuen Welt zu erforschen. Er wurde zum Capitán befördert und bekam ein eigenes Schiff, die Santiago. Anders als etwa Pizarro oder Cortés kehrte er nicht den goldgierigen Abenteurer hervor, weshalb er auf Puerto Rico auch freundlich empfangen wurde.

Entgegen den Gerüchten, dass Ponce de Léon 1521 auf Kuba infolge einer Verwundung durch einen vergifteten Pfeil starb, ging die Santiago 1523 mit ihrem Capitán wieder in See. Ponce de Léon hatte möglicherweise neue Hinweise auf die Quelle der ewigen Jugend erhalten und wollte diesen nachgehen. Danach hörte man nichts mehr von Schiff und Crew, weshalb diese Reise von offiziellen Stellen in der Heimat ins Reich der Fabel verwiesen wurde. Im Volk – besonders bei den Seeleuten – hielt sich aber hartnäckig die Auffassung, dass Ponce de Léon samt Schiff und Crew erst nach 1523 verschwand. Nach den Legenden der Seeleute geriet die Santiago in einen ungeheuren Sturm, wurde zur Namenlosen Insel getrieben und strandete dort in äußerst labiler Position auf einer hohen Klippe.

Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt, aber definitiv nach 1523, wurde die Santiago auf der Mao Kun Karte eingetragen, die die Route zur Quelle der ewigen Jugend zeigt. Den Weg und die genaue Lage der Quelle hat Capitán Ponce de Léon auch im Logbuch der Santiago eingetragen.

Während der folgenden zwei Jahrhunderte wurde die Santiago zum Gegenstand vieler Geschichten und der Pläne rücksichtsloser Abenteurer. Auf der Suche nach der Quelle der ewigen Jugend findet Captain Jack Sparrow die Santiago auf der Klippe. Da er aber eher an der Quelle selbst interessiert ist, betritt er das Schiff nach dem Fund nicht.


Fremde Gezeiten

Die Santiago rückt erst in das Zentrum des Interesses, als ein alter Schiffbrüchiger, der 1750 von spanischen Fischern aus dem Meer gezogen und zu König Ferdinand VI. gebracht wird. Er hat das Logbuch der Santiago bei sich, das er dem König mit den Worten: „Ponce de Léon!“, übergibt. Aus diesem Logbuch ergibt sich außer dem Strandungsort der Santiago auch die tatsächliche Lage der Quelle der ewigen Jugend. Diese Entdeckung löst buchstäblich international den Beginn des Wettlaufs zur Quelle der ewigen Jugend aus, als sowohl Briten als auch Spanier Expeditionen dorthin entsenden und sich auch Piraten auf die Suche machen.

Auf den Reisen gelangten Schätze von schier unermesslichem Wert in die Hände von Capitán Juan Ponce de Léon und seiner Crew – sowohl im materiellen als auch im übertragenen Sinn. Darunter befinden sich auch die silbernen Kelche von Cartagena, die für die Durchführung des heidnischen Rituals an der Quelle der ewigen Jugend unentbehrlich sind. Die britischen und spanischen Expeditionen richten ihre Suche deshalb zunächst nach den Kelchen aus.

Es gelingt dem „Spanier“, König Ferdinands zuverlässigstem Agenten, die Santiago als Erster zu erreichen und die Kelche sicherzustellen. Captain Hector Barbossa, vom britischen König als Freibeuter auf die Suche geschickt, kommt zwar zu spät, um die Kelche zu finden, doch legt er sich in der Kapitänskajüte der Santiago inmitten der den toten Capitán Ponce de Léon umgebenden Schätze auf die Lauer. Er weiß, dass Blackbeard die Kelche für das Ritual an der Quelle benötigt und deshalb die Santiago aufsuchen muss. An ihm will Barbossa Rache nehmen für den Diebstahl der Black Pearl und den Verlust seines rechten Beins.

Blackbeard zwingt jedoch Captain Jack Sparrow, die Kelche für ihn von Bord der Santiago zu holen, während er selbst zur Quelle der ewigen Jugend vorausgeht.

Als Jack in die Kajüte der Santiago vordringt, sieht er die skelettierte Leiche von Ponce de Léon im Paradebett liegen. Es kommt zur Begegnung mit Barbossa, während der sie sich einen kurzen Kampf liefern, bis die Santiago in ihrer labilen Lage zu kippen droht. Sie kommen zu der Einsicht, dass es besser ist, zusammenzuarbeiten, um die Truhe zu finden, in der sie die Kelche vermuten. Als sie sie finden, sind in der Truhe statt der Kelche Steine. Damit ist klar, dass die Spanier ihnen zuvorgekommen sind. Sie springen auf das Bett zu Ponce de Léons Skelett, in dessen Händen eine Karte ist. Sie können die Karte nicht mitnehmen, da der Geist von Juan Ponce de Léon sie bewacht (was sich darin ausdrückt, dass der Kopf des Skeletts den, der die Karte aus den Händen entnehmen will, drohend ansieht), doch können sie darauf den Lagerplatz der Spanier ausmachen und verlassen das Schiff.

Was danach mit der Santiago geschieht, ist nicht bekannt.[1]

Design und Aussehen

Wie die meisten spanischen Schiffe des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts ist die Santiago eine hochseetüchtige spanische Karavelle, dafür konstruiert und gebaut, die Wunder der Neuen Welt zu erkunden. Nachdem es jedoch gestrandet war und seine verrottenden Planken zweihundert Jahre lang Sonne, tropischem Regen und Wind ausgesetzt waren, ist es ein modriges, von Insekten beherrschtes Wrack, in dem Ranken und Spinnweben mit schrottreifen Blankwaffen und ausgeblichenen menschlichen Knochen verwoben sind. Da es auf einer Klippenkante gestrandet ist, kann jede Bewegung zum unkontrollierten Kippen des Wracks führen.

Kostbar glänzende Schätze warten nur auf den, der mutig genug ist, das unheimliche Wrack zu entern und sie sich anzueignen. Darunter sind auch die Kelche von Cartagena, der vielleicht wertvollste Teil des Hortes der Santiago.

Hinter den Kulissen

Für die Verfilmung von Fremde Gezeiten wurden Dekorationen für die Santiago an zwei Orten hergerichtet:

  • Die Entdeckung des Wracks durch Jack Sparrow wurde am 14. Juni 2010, dem ersten Tag der Hauptdreharbeiten von Fremde Gezeiten' am Honopu Beach auf Kauai, Hawaii, gedreht.
  • Die Szene in der Kajüte von Ponce de Léon wurde auf einer von John Myhre designten und entsprechend dekorierten Bühne in den Pinewood Studios in der Nähe von London gefilmt.
  • Die Kajüte von Ponce de Léon hat die offensichtlichste Verbindung zur originalen Themenpark-Attraktion. Regisseur Rob Marshall recherchierte vor Beginn der Dreharbeiten in der Parktour Pirates of the Caribbean. Die Szene spiegelt das als Captain’s Quarter bekannte Bild wider, in dem ein von Schatzbergen umgebenes Skelett mit einem Vergrößerungsglas eine Karte studiert.
  • Die reale Santiago kehrte 1513 nach Juan Ponce de Léons Expedition nach Florida nach Spanien zurück.
  • Die Santiago ist das zweite Schiff in der Pirates of the Caribbean-Welt, das es auch in der Realität gab. Das erste ist die Queen Anne’s Revenge, Blackbeards Schiff, das ebenfalls im vierten Teil der Pirates of the Caribbean-Reihe in Erscheinung tritt.
  • Obwohl das Schiff in der Mao Kun Karte ohne Namen eingezeichnet ist, kann es sich nur um die Santiago handeln, da Ponce de Léon 1523 darüber geschrieben ist. Juan Ponce de Léon kommandierte die Santiago selbst.
  • In dem Videospiel LEGO Pirates of the Caribbean ist die Santiago auf einem Felsen im Wasserfall gestrandet.


Einzelnachweise

  1. Ergänzende Quelle(n): Begleitbuch zu Fremde Gezeiten „Jack Sparrows neue Abenteuer“, S. 60/61 sowie eigene Recherchen von Gundolf60

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