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Die Silent Mary war ein Linienschiff der Armada Española, das während der Goldenen Jahre der Piraterie in der Karibik aktiv war. Das unter dem Kommando von Capitán Armando Salazar stehende Schiff war der Stolz der Königlichen Marine Spaniens und das meistgefürchtete Piratenjägerschiff. Während einer ihrer Missionen im ersten Jahrzehnt des 18. Jh. geriet die Silent Mary in das mysteriöse Teufelsdreieck und gilt seither als verschollen. Erst 1751 kehrt sie auf die Sieben Meere zurück, doch ist sie nun ein furchteinflößendes Geisterschiff und ihre Crew zu Gespenstern geworden.

Geschichte

Piratenjagd

Das Baujahr der Silent Mary ist nicht bekannt, doch muss sie vor 1708 gebaut sein, da sie seit etwa diesem Zeitpunkt für Jahrzehnte als verschollen galt. Bekannt ist jedoch, dass sie schnell nach ihrer Indienststellung zum Stolz der Armada Española, der königlichen Marine Spaniens, wurde. Ihre Hauptaufgabe war die Jagd auf Piraten und deren Vernichtung. Zu diesem Zweck wurde die Silent Mary mit knapp hundert Kanonen ausgerüstet, mit gutausgebildeten Soldaten bemannt, deren Treue zu Spanien außer Zweifel stand und von dem hochdekorierten Capitán Armando Salazar kommandiert. Unter seiner Führung wurde sie zum meistgefürchteten Piratenjäger der Sieben Meere.

DMTNT battle

Die Silent Mary feuert auf die Piratenflotte

Etwa 1708 stellte die Silent Mary eine Flotte von zehn Piratenschiffen in der Nähe des Teufelsdreiecks. Obwohl die Spanier zahlenmäßig vollkommen unterlegen waren, genügte die Feuerkraft des Schiffes in Kombination mit dem hohen Ausbildungsstand und der Erfahrung der Crew sowie die hervorragenden Führungseigenschaften von Capitán Salazar, um selbst diese deutlich überlegene Piratenflotte zu besiegen. In einer erbitterten Seeschlacht versenkte die Silent Mary die meisten feindlichen Schiffe, während sie selbst kaum beschädigt wurde. Die wenigen Überlebenden der Piratenschiffe, die im Wasser trieben, wurden von den Spaniern auf Salazars Befehl gnadenlos erschossen[1]. Ein Piratenschiff, die Wicked Wench, konnte jedoch entkommen. Der Capitán befahl seinen Männern, das fliehende Schiff zu verfolgen.

Teufelsdreieck

Die Silent Mary verfolgt die Wicked Wench zum Teufelsdreieck

Er steuerte sein Schiff selbst während der Verfolgung, die über die See bis zum Felsentor des Teufelsdreiecks führte, zu geheimnisvollen, unkartierten, von gefährlichen Riffen umgebenen Gewässern in fast ewiger Dunkelheit. Der Wicked Wench gelang unter Führung des jungen Jack Sparrow und mithilfe einiger dem Felsentor vorgelagerter Riffe eine 180°-Wende, doch dieses Manöver konnte die Crew der Silent Mary nicht ebenfalls durchführen, weil das Schiff im Zuges eine Ausweichmanövers, um eine Kollision mit der Wicked Wench zu vermeiden, zu weit von den Riffen abkam. Die Silent Mary geriet in schneller Fahrt geradewegs in die unbekannten Gewässer des Teufelsdreiecks. Hinter dem Felsentor lief die Silent Mary auf ein Riff. Der Bug wurde regelrecht zersplittert, der Großmast brach knapp über dem Hauptdeck, fiel nach Steuerbord, wobei die Reling in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber durch die Verkleidung mit dem Rumpf in Verbindung blieb.

Silent Mary explosions

Die Silent Mary explodiert

Der Unfall verursachte darüber hinaus diverse offene Feuer unter Deck, die zur Explosion des Pulvers führten. Die Explosion und das daraus resultierende Feuer tötete die gesamte Crew einschließlich des Capitáns.

Gefangen im Teufelsdreieck

Das Schicksal hatte jedoch andere Pläne mit der Silent Mary und deren Capitán und Crew. Während das Schiff noch lichterloh brannte, brachten geheimnisvolle übernatürliche Kräfte die Spanier als nach Rache gierende Geister zurück.

Salazars Rache

Viele Jahre nach diesem einschneidenden Ereignis registrieren die im Teufelsdreieck gefangenen Spanier im Jahr 1751 eine holländische Bark unter Piratenflagge, die das Felsentor passiert - die Ruddy Rose. Die untoten Spanier unter Salazars Kommando greifen das gekaperte Schiff augenblicklich an, schlachten die Besatzung in kürzester Zeit ab und hinterlassen nicht mehr als treibende Trümmer.

Silent Mary figurehead

Die Silent Mary nähert sich der HMS Monarch.

Wenige Minuten später folgt der bereits versenkten Ruddy Rose ein britisches Kriegsschiff, die HMS Monarch, die das gekaperte Schiff bis ins Teufelsdreieck verfolgt. Obwohl die Briten das spanische Schiff bemerken, erkennen sie es nicht als Bedrohung, sondern halten es für ein Wrack. Umgeben von dichtem Nebel nähert sich die Silent Mary der HMS Monarch, was den kommandierenden Offizier, Captain Toms, alarmiert. Er befiehlt, auf die Silent Mary zu feuern. Trotz des zerstörerischen Kanonenfeuers der HMS Monarch ist die Silent Mary unaufhaltbar, ihre untote Crew nutzt ihre geisterhaften Fähigkeiten, rennt über das Wasser und greift die britische Besatzung an. Kurz darauf endet die Schlacht in einem ungefährdeten und vollständigen Sieg der Spanier.

Silent Mary escapes

Die Silent Mary verlässt das Teufelsdreieck.

Als Jack Sparrow seinen Kompass für eine Flasche Rum verkauft, endet die Gefangenschaft der Silent Mary und ihrer Crew im Teufelsdreieck. Das Steuerrad nimmt selbsttätig Kurs auf das Dreieckstor, das die Silent Mary nun passieren kann. Capitán Armando Salazar bläst erneut zur Piratenjagd. Die ersten Opfer der Silent Mary nach dem Auslaufen aus dem Teufelsdreieck sind drei Schiffe der Flotte Hector Barbossas. Der stellt sich Salazar mit der Queen Anne’s Revenge entgegen und bietet Salazar als Gegenleistung für die Verschonung seines Lebens und das seiner Crew an, für ihn Jack Sparrow zu finden.

Nachdem Barbossa den Handel nicht einhält, geht die Silent Mary wieder auf die Jagd. Die HMS Essex hat das Pech, zwischen der Silent Mary und der Black Pearl zu sein und wird von der Silent Mary praktisch verschlungen.  

Design und Erscheinung

DMTNT Concept Art Silent Mary

Konzeptzeichnung der Silent Mary von Jeremy Love

Der Dreimaster Silent Mary war ursprünglich der ganze Stolz der Armada Española. Mit ihren zahlreichen Decks, die speziell für Seeschlachten konzipiert waren, war sie das perfekte Schiff für die Jagd auf Piraten oder als schier unüberwindlicher Gegner für Schiffe aus Staaten, die Spanien feindlich gesinnt waren. Auch nachdem sie samt Crew im Teufelsdreieck gefangen ist, büßt sie nichts von ihrer Kampfkraft ein.

Im Unterschied zu anderen Linienschiffen verfügt die Silent Mary nicht nur über Vorderkastell (Backdeck), Hauptdeck und Achterkastell (Achterdeck), sondern zusätzlich über ein erhöhtes Quarterdeck, das sich zwischen Besanmast und dem Zugang zur Kapitänskajüte oberhalb der Mannschaftsunterkünfte befindet. Auf dem Quarterdeck ist das Steuerrad auf einer Plattform installiert, die noch ein paar Zoll höher ist als das Quarterdeck. Die Niedergänge, die sich unmittelbar über den Kanonen des Hauptdecks befinden, verbinden das Quarterdeck über das Hauptdeck mit dem Vorderkastell.

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Silent Mary zum Geisterschiff wird, sind Niedergänge und Reling an diversen Stellen zerstört und nicht länger nutzbar. Die Galionsfigur, die unter dem Bugspriet angebracht ist, stellt eine Frau dar, die einen Speer hält. Wie viele andere zeitgenössische spanische Schiffe hat die Silent Mary einen zusätzlichen kleinen Mast auf dem Klüverbaum, an dem an einer Rah ein Galionsegel gesetzt werden kann.

Die Takelage der Silent Mary besteht aus drei Masten: Fock-, Groß und Besanmast. Der Fockmast ist mit Vorsegel, Vormarssegel und Vorbramsegel getakelt, der Großmast mit Großsegel, Großmarssegel und Großbramsegel, der Besanmast mit Besansegel, Besanmars und Besanbramsegel.

DMTNT Concept Art Silent Mary stern

Konzeptzeichnung des Hecks der Silent Mary von Jeremy Love

Das Großsegel ist mit dem Doppeladler des Heiligen Römischen Reiches dekoriert, auf dessen Brust das königlich spanische Wappen gelegt ist. Der Doppeladler impliziert eine Zugehörigkeit des spanischen Königshauses zur Habsburgerdynastie, die beim Verschwinden des Schiffes nicht mehr aktuell ist. Direkt über der Kapitänskajüte ziert das große spanische Wappen das Spiegelheck unter dem auf einem Schriftband La Maria Silenciosa zu lesen ist, das spanische Original des zwischenzeitlich anglisierten Schiffsnamens Silent Mary. Die beiden Geschütztürme, die an der Backbord- und Steuerbordseite des Hecks angebracht sind, verleihen der Silent Mary von achtern die Kontur einer alten Burg.

Ursprünglich war die Silent Mary mit 76 36-Pfünder-Kanonen ausgerüstet, 38 auf jeder Seite, davon 28 im Kanonendeck, 24 im Mitteldeck und 24 im Hauptdeck. 12 weitere Kanonen waren in turmartigen Strukturen, die an Backbord und Steuerbord wie Nocken an der Außenhaut des Schiffes angebracht waren, je zwei Kanonen pro Turm. Anders als die in den Kanonendecks stehenden Geschütze, die nur vertikal zu schwenken sind, waren diese Turmgeschütze horizontal drehbar. Über sechs solcher Türme verfügte die Silent Mary ursprünglich: Eines an den Seiten des Vorderkastells, eines querab des Besanmastes, eines an den Ecken des Hecks. Darüber hinaus waren auf zwei Decks unter der Kapitänskajüte 10 Heckjagdgeschütze verteilt. Insgesamt hatte die Silent Mary damit ursprünglich 98 Kanonen. Ob noch zusätzliche Drehbassen auf der Reling montiert waren, ist nicht bekannt.

Im Zuge des Untergangs im Teufelsdreieck verliert die Silent Mary etwa zwei Dutzend Kanonen, die hauptsächlich aus dem untersten durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogenen Kanonendeck und dem Quarterdeck fallen. Obwohl dadurch die Feuerkraft leidet, ist die Silent Mary als Geisterschiff dennoch mehr als ein nur gefährlicher Gegner für jedes Piratenschiff auf hoher See.

DMTNT Concept Art Silent Mary 2

Die Silent Mary im Geisterschiffzustand (Konzeptzeichnung von Jeremy Love)

In der Zeit, in der sie im Teufelsdreieck gefangen ist, erfährt die Silent Mary eine nicht weniger dramatische Transformation als ihre Crew. Kiel, Boden und untere Decks sind nahezu komplett zerstört. Die Rumpfbeplankung fehlt weitgehend, was die Spanten dem unmittelbaren Einfluss der See und des Wetters aussetzt. Die Masten sind gebrochen, die Segel zerfetzt. So betrachtet, ist die Silent Mary nicht mehr als ein Wrack. Unter normalen Umständen würde ein Schiff, das derart massive Schäden erleidet, augenblicklich sinken.

Gegen alle Gesetze der Physik kann die Silent Mary jedoch wie ein normales seetüchtiges Schiff segeln, auch wenn sie weniger einem Schiff gleicht, als dass sie eine skelettartige Erscheinung hat. Als schreckenerregendes Geisterschiff wird sie zum wesentlichen Werkzeug von Salazars Rachestreben. Indem er die ihm im Teufelsdreieck verliehen Magie nutzt, kann er den Schiffsbug nach hinten biegen und die Spanten wie die Kiefer eines gigantischen Meeresungeheuers öffnen. Sofern er die Silent Mary wieder herunterkrachen lässt, zermalmt sie ein angegriffenes Schiff, das in zwei Teile gespalten wird, während die Silent Mary, geschützt durch Salazars Magie, trotz ihrer verrotteten Erscheinung praktisch unzerstörbar ist. Ebenso wie das Schiff selbst gehorcht auch die Galionsfigur nur Salazars Willen, die auf seinen Befehl zu einem lebendigen, fühlenden und kolossalen hölzernen Monster wird, das seine Feinde angreift.

Für ein Schiff dieser Größe war die Silent Mary schon im ursprünglichen Bauzustand außergewöhnlich schnell. Sie holte rasch auf die Wicked Wench auf, als sie sie zum Teufelsdreieck verfolgte, obwohl das Piratenschiff Vorsprung hatte. Auch im Wrackzustand mit gebrochenen Masten und zerfetzten Segeln gilt die Silent Mary immer noch als eines der schnellsten Schiffe, das je die Meere befahren hat.

Hinter den Kulissen

  • Die Silent Mary wurde als Requisit in Gold Coast, Australien gebaut[2]. Dasselbe Requisit wurde – leicht abgewandelt – auch für die HMS Monarch und die HMS Essex verwendet. Alle Teile oberhalb der untersten Segel und unterhalb des Hauptdecks sind computergeneriert.
  • Das spanische Wappen auf dem Großsegel und das am Heck stehen im Widerspruch zueinander. Das Wappen im Segel ist das der spanischen Habsburger, während das Heckwappen das der spanischen Bourbonen ist, deren erster Vertreter, König Philipp V., im Jahr 1700 den spanischen Thron bestieg. Das Wappen im Segel war wegen der Ablösung der Habsburger durch die Bourbonen ab 1700 nicht mehr aktuell.
  • Die Silent Mary weist Ähnlichkeiten mit der Nuestra Señora de Lágrimas auf, einer spanischen Schatzgaleone, die in dem Roman Fremdere Gezeiten erscheint. Auf diesem Roman basierte das Drehbuch zu Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten.
  • Die Silent Mary erinnert in ihrer Erscheinung stark an das französische Kriegsschiff La Couronne aus dem 17. Jh.

Einzelnachweise

  1. Rückblende in Salazars Rache
  2. Zeitungsartikel Gold Coast Bulletin

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